Intraokularlinsen (IOL)
Während der Grauen Star Operation wird die eigene eingetrübte Linse entfernt und es wir eine klare künstliche Intraokularlinse eingesetzt um das Sehen zu verbessern. Das Hauptziel liegt also primär in der Entfernung der trüben Linsen, um den Lichteinfall ins Auge wieder zu verbessern. Zusätzlich kann man mit den IOLs auch eine vorhandene Fehlsichtigkeit, wie eine Kurz- oder Weitsichtigkeit oder auch eine Hornhautverkrümmung, korrigieren. Die Entscheidung welche Kunstlinse für sie die richtige ist hängt von ihren Wünschen und von der Gesundheit der übrigen Augenstrukturen ab. Dazu führen wir ein ausführliches Gespräch mit Ihnen vor der Operation.
Monofokale IOL:
Bei diesen Linsen handelt es sich um sogenannte Einstärkenlinsen. Dies bedeutet, dass siedamit in einem Bereich (Ferne oder Nähe) scharf sehen können und alle anderen Bereiche mit einer Brille ausgeglichen werden müssen. Weitere Brechungsfehler, wie z.B. eine angeborene Hornhautverkrümmung, können dazu führen, dass sie auch nach der Operation immer eine Brille tragen müssen, um ein optimales Sehergebnis zu erzielen. Das Sehen verbessert sich hierbei durch das Entfernen der eigenen trüben Linse und den verbesserten Lichteinfall.
Edof-Linsen (Extended Depth of Focus)
Bei diesen Linsen handelt es sich um hochentwickelte Kunstlinsen, die über eine erweiterte Tiefenschärfe verfügen. Dies bedeutet, dass sie z.B. in der Ferne und bis in den mittleren Bereich (PC, Tablet) scharf sehen können und sich so die Abhängigkeit von einer Brille reduziert. Meist wird eine Lesebrille für sehr nahe Objekte benötig. Diese Linsen bieten außerdem den Vorteil, dass sie weniger störenden Licht- und Blendeffekte, sog. Halos, als Multifokallinsen haben und das nächtliche Autofahren damit gut möglich sein sollte.
Hier finden sie eine Stellungnahme auf englisch von Dr. Blomberg bzgl. dieser Linsen
Multifokale IOL
Multifokallinsen ermöglichen in mehreren Bereichen ein scharfes Sehen und erlauben damit eine größere Brillenunabhängigkeit in der Ferne und Nähe. Diese Linsen können unterschiedlich aufgebaut sein und können unterschiedlich starke Licht-und Blendeffekte sog. Halos verursachen. Die zuletzt entwickelte IOL der nächsaten Generation verfügt über eine sogenannte Spiraloptik, die dazu führt, dass die negativen Blend- und Lichteffekte minimiert werden und die Brillenunabhängigkeit in mehreren Bereichen bestehen bleibt.
Torische Intraokularlinsen
Mit diesen Linsen kann man eine vorliegende Hornhautverkrümmung korrigieren. Dazu muss die IOL in einer bestimmten Lage/Achse implantiert werden. Es gibt auch torische Multifokallinsen.
Add on Linsen
Trotz modernster Berechnungsmöglichkeiten kann es zu Schwankungsbreiten in dem Endergebnis der geplanten Zielrefraktion kommen. In diesem Fall kann ein übrig gebliebener Sehfehler mit einer sogenannten Add on Linse versorgt werden. Diese Linse wird in einem sehr kurzen operativem Eingriff vor die bereits implantierte Linse platziert.
Clear Lens Exchange
Bei sehr hohen Fehlsichtigkeiten wie z.B. einer sehr starken Kurzsichtigkeit, kann man diese Fehlsichtigkeit auch durch einen Linsentausch korrigieren, obwohl noch gar keine Trübung der eigenen Linse vorliegt. Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine Privatleistung.
Alle Sehergebnisse nach der Grauen Star Operation sind u.a. auch davon abhängig wie gut alle anderen Strukturen des Auges funktionieren. Liegen chronische Augenerkrankungen vor wie z.B. ein Glaukom oder eine Makuladegeneration kann das Sehergebnis ggf. dadurch beeinflusst sein.